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Tharsis

Zum PS4-Release möchte ich heute das bisher nur auf PC (z.b. bei Steam) erschienene “Tharsis” vorstellen.

Die Story von Tharsis ist schnell und spoilerfrei erzählt: Die Menschheit schickt eine Mission zum Mars, bestehend aus 6 Astronauten: Captain Jean Olowe, Doktor Kayla Jones, Spezialistin Allison Silva, Mechaniker Pascal Lavorin, Botaniker J. Cross und Crewmitglied Mapiya Musgrave.

Direkt nach dem sehr knappen Tutorial wird die Crew jedoch um 2 Mitglieder dezimiert und Lavorin ist der neue Hahn im Korb. Erzählt wird die Geschichte im Weiteren trotzdem aus der Sicht der weiblichen Captain Jean Olowe. Die Story besteht hierbei lediglich aus einigen Wortfetzen zwischen den einzelnen Spielrunden und spärlich animierten Pastellbildern. Naja.

Tharsis ist laut Beschreibung ein “rundenbasiertes Weltraum-Strategiespiel”. Das Schiff, welches der Spieler “verwalten” muss, wird hierbei nach und nach von Katastrophen getroffen. Direkt zu Beginn von einem kleinen Meteoritenhagel. Anschließend vom klischeebehafteten Feuer innerhalb des Schiffs, von nuklearer Verseuchung, etcetera. Dies geschieht immer zu Beginn einer Spielrunde. Anschließend muss der Spieler seine Crewmitglieder, von denen jedes eine Spezialfähigkeit besitzt, verteilen und versuchen je nach Dringlichkeit entweder die Katastrophen zu beseitigen oder aber die verschiedenen Bereiche des Schiffs für sich zu nutzen. So gibt beispielsweise die Krankenstation dem Astronauten der sich dorthin bewegt einen Lebenspunkt zurück. Vorausgesetzt man würfelt die richtige Augenzahl. Sind alle Astronauten verteilt und haben gewürfelt ist die Runde zu Ende und wird ausgewertet. Anschließend erscheint wird wieder ein kleiner Storyfetzen präsentiert. Jede Runde bedeutet im Spiel eine (1) überstandene Woche auf der Reise zum Mars. Insgesamt muss man bis zum Ende der Kampagne zehn Wochen hinter sich bringen.

So weit so gut, doch in Tharsis geht es eigentlich nur um das Eine: Würfeln. Deshalb würde ich die Beschreibung auch abändern in “rundenbasiertes Weltraum-Glücksspiel”. Dies ist zugleich die größte Stärke und Schwäche des Spiels. Einerseits ist man bei den fordernden Aufgaben zum Zerplatzen gespannt, ob man nun die notwendige 4 (oder höher) würfelt, oder ob es doch nicht reicht und im schlimmsten Falle zwei Crewmitglieder sterben und die Schiffshülle weiteren Schaden nimmt.Andererseits ist es aber irgendwie egal wie sehr man überlegt und knobelt – letztendlich steht und fällt der Erfolg bei Tharsis mit dem Würfelglück, welches nur sehr begrenzt beeinflussbar ist. Dadurch erreicht Tharsis einen brutalen Schwierigkeitsgrad – und ruft jede Menge Frust hervor.

Anfangs überlegt man daher noch reichlich, wie man zieht, was man würfelt. Doch schon nach wenigen Versuchen wird klar: Ok, Choice Provisions WILL, das ich scheitere und ein um’s andere Mal neu starte. Deshalb gibt es auch nach jedem Versagen eine Punktezahl, je nachdem wie gut oder schlecht man während seiner Marsmission manövriert und gewürfelt hat. Hinzu kommt dass die Charaktere langweiliger nicht sein könnten. Statt den Spieler hier also emotional vor wirklich schwierige Entscheidungen zu stellen, werden die Charaktere stumpf nach Spezialfähigkeit hin und her bewegt – wenn einer sterben muss, dann wahrscheinlich zuerst Frl. Silva. Denn die Spezialistin ist mit ihrer Fähigkeit am ehesten zu entbehren. So richtig unersetzbar ist aber niemand. Das hat “The Banner Saga” schon wesentlich besser hinbekommen.

Insgesamt bleibt bei Tharsis ein fader Beigeschmack – Ja, es macht Spaß. Für ein paar Runden. Doch irgendwie fühlt es sich einfach einen Ticken zu zufallsbasiert an. Dadurch bin ich auch bei Erfolg der Marsmission nicht so richtig stolz – wohl wissend: Wenn ich das eine Mal eine 3 statt einer 4 gewürfelt hätte, dann hätte ich das Ende der Kampagne nicht zu Gesicht bekommen.

Hab gerade eben gewürfelt – Glück gehabt!

6/10

tharsis 2016-01-16 23-11-29-44

 

Published inSpiel

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