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Die Peanuts: Der Film

Als kleines Kind gab es für mich wenig schöneres, als mich Samstag morgens, wenn Mama und Papa noch schliefen, mit einer Schüssel Kellog’s Chocos bewaffnet in’s Wohnzimmer zu schleichen, mich mit Kissen unter’m Hintern auf dem Boden zu platzieren und den Fernseher einzuschalten – und meistens lief zu solch morgendlicher (etwa 7 Uhr) Stunde: Die Peanuts.

Oder wie ich es damals nur kannte: “Charlie Brown”.

Stundenlang genoß ich die schönen Geschichten des nimmermüden, tollpatschigen kleinen Glatzkopfes, mit dem ich mich so wunderbar identifizieren konnte. Und ich wollte Snoopy. Und Woodstock. Aber bloß keine Peppermint Patty.

Der Kinobesuch heute war also von großer Freude und Furcht zugleich geprägt: ENDLICH wieder Charlie Brown, Linus, Snoopy, Schroeder! Aber…was ist wenn der Film stinkt? Klar, die Trailer sahen gut aus, der Animationsstil überzeugte – doch orientiert man sich an der klassischen Vorlage von Charles Schulz? Oder versucht man hier einen Reboot um den Kindern von Heute ein neues Franchise auf’s Auge zu drücken?

Überraschenderweise war der Saal, obwohl der Film nun schon einige Zeit läuft, gut gefüllt. Klar, nur Eltern mit Kindern. Zum Teil nervige Eltern mit braven Kindern, zum Teil brave Eltern mit nervigen Kindern – insgesamt war es leider ziemlich laut.

Sobald aber der markante Titelsong von 20th Century Fox lief, diesmal toll untermalt von Schroeder himself, war ich wieder Kind.

Der Plot ist schnell erklärt – Charlie Brown verknallt sich in ein rothaariges Mädchen dass neu in die Klasse kommt. Im Lauf des Filmes versucht er sie zu beeindrucken und für sich zu gewinnen, was natürlich nicht so ganz klappen mag. So viel sei verraten – es gibt kein großes Beziehungstrara am Ende. Die Peanuts sind schließlich Kinder.

Um das “fachliche” schnell abzuarbeiten: Der Film revolutioniert in seiner Machart nichts. Die Regie ist solide, teils wird hier sogar eine erfreulich langsame Gangart gewählt die an alte Zeichentrickfilme erinnert. Der Schnitt ist sauber und nie hektisch. Die Animationen sind einfach 1a Oberklasse. Unglaublich wie die Blue Sky Studios es geschafft haben die Animationen so nah an den Charme des Zeichentricks zu bringen! Was sich jedoch nicht gelohnt hat war die 3D-Darstellung. Meiner Meinung nach hat man hierdurch nichts gewonnen, es gibt im kompletten Film nur zwei Szenen  die durch den 3D-Effekt wirklich an Mehrwert gewinnen.

Der Film an sich versprüht Unmengen an Charme. Blue Sky hat eine tolle Balance geschaffen um sowohl “alte” Fans zu unterhalten (viele Witze sind für Kinder nicht verständlich, und beim “Braunen Blitz” konnte ich mir ein lautes Lachen nicht verkneifen) als auch die ganz Jungen im Kino für sich zu gewinnen – vor allem durch eher untypisch lange und häufige Slapstick-Story-Einlagen von Snoopy und Woodstock.

Letztendlich sind die Peanuts für mich die Animationsgewinner des Jahres 2015 – trotz dem grandiosen “Alles steht Kopf”.

Daher gebe ich eine

8,5/10

PS: Unter http://www.peanutizeme.com/de/ kann man sich selbst “Vererdnussen” 😉

Published inFilm

Ein Kommentar

  1. […] nach Kinobesuchen, Film- oder Zockabenden mal so richtig die Seele vom Leib schreiben zu können (hier mein erster Beitrag zum Peanuts-Movie). Ein paar Beiträge und ungefähr fast ein Jahr später fing ich mit podcasten an. Anfangs […]

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