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Gun Fu Fighting!

John Wick: Chapter 2

John Wick war eine der größten Überraschungen der letzten Jahre. Während ich “Man Of Tai Chi” noch ganz OK fand, war “47 Ronin” eine riesige Enttäuschung.

Nun sagt man Keanu Reeves ja nach, nicht der beste aller Schauspieler zu sein, wenn man es wohlwollend ausdrücken möchte. Ich sehe ihn jedoch gerne, egal ob Matrix, Speed oder Point Break – alles sehr unterhaltsame Filme, in denen der mittlerweile 52-jährige (Holy Cow!) überzeugend bis richtig gut spielte.

Doch nach den zuerst genannten Filmen war ich skeptisch: War es das mit Keanu Reeves? Gibt es noch eine Chance auf “Bill & Ted 3”, oder verschwindet der Kerl nun in der Seagal’schen Versenkung, durch die auch Jean-Claude van Damme und Michael Dudikoff waten, und bringt nur noch halbgare Actionfilme raus..?

Die Skepsis wich mit John Wick. Mit dem Charme einer Low-Budget-Produktion, guter Regie und einer unfassbar coolen “Lore” riss mich der 2014 erschienene Film vom Hocker.
Reeves war wieder da – und wie!

Teil 2 beginnt mehr oder weniger wo Teil 1 endete – Wick, ein ehemals professioneller Meuchelmörder, ist immer noch auf Rachezug. Nach einer brachialen Einführung werden wir Zeuge wie John wiederholt aus dem “Ruhestand” geholt werden soll. Ein ehemaliger bekannter, der John half aus dem Attentätergeschäft auszusteigen, benötigt die Hilfe des “schwarzen Mannes”. John Wick soll eine Mafiachefin um die Ecke bringen um seine Schuld zu begleichen.

Nachdem Wick seinen Auftrag eher widerwillig durchgeführt hat beginnt eine Verfolgungsjagd die man kaum für möglich hält: Gefühlt die ganze Welt ist hinter Wick her, und so erinnert Kapitel 2 der Actionreihe zeitweise an Filme wie “Staatsfeind Nr. 1”, nimmt sich bei aller Hatz & Spektakel jedoch genug Zeit um die grandiose Welt zu erkunden die schon im ersten Teil ihr Potential angedeutet hat. Das Assassinen-Hotel “Continental” ist zurück und damit auch all die skurrilen Figuren die schon im ersten Teil einen großen Teil der Faszination ausgemacht haben. Es mag sein dass der ein oder andere Zuschauer die Mystik vermisst, da die Einzelheiten der “Unterwelt” deutlich mehr ausgeschmückt sind als sie es noch im ersten Teil waren. Ich hingegen empfand es als angenehm das aus dem zarten Pflänzchen mittlerweile eine wunderschöne, in Blut triefende Blume geworden ist.

Ein wenig schade ist hierbei, dass der Hauptprotagonist im Vergleich zu Teil 1 etwas auf der Strecke bleibt – während die Motivation im ersten Teil klar und nachvollziehbar ist, limitiert der “Auftrag” und die darauf folgenden Ereignisse den Charakter der Hauptfigur in seiner Entfaltung. Dadurch bleibt der Zuschauer am Ende des Films mit dem Gefühl zurück, der Figur John Wick emotional nicht wirklich näher gekommen zu sein. Dies könnte sich aber im weiteren Verlauf dieser Filmreihe (!) noch gewaltig ändern.

Letzteres wäre mein einziger Kritikpunkt, wenn da nicht ein Nebendarsteller wäre. Man kennt ihn als Morpheus aus Matrix: Laurence Fishburne hat in John Wick: Chapter 2 eine (scheinbar) tragende Nebenrolle bekommen und OH.MEIN.GOTT.WAS.WAR.DAS—?

Fishburne ist zwar mit Sicherheit kein großer Charakterdarsteller, und John Wick mag in der Darbietung der Story etwas “cartoony” sein, aber muss man dermaßen “überspielen”? Fishburne trägt in diesem Film dermaßen dick auf, das die Szenen mit ihm eher peinlich als “cool” wirken. Laufstegmodel Ruby Rose verzeiht man angesichts ihrer noch recht kurzen Filmografie ja die teilweise überbordenden Bewegungen, die so gar nicht zu ihrem Charakter passen wollen – dies allerdings in einem erträglichen Maße. Was sich Movie-Oldie Fishburne jedoch leistet schmerzt beim Zusehen. Angesichts der restlichen Darsteller ist auch fraglich, ob es sich hierbei um eine Regieanweisung gehandelt hat.

Letztendlich muss man jedoch festhalten dass die Cinematographie, Ton- und Schnittarbeit überragend sind.

Reeves’ Darbietung ist engagiert und perfekt für seine Rolle – unglaublich, dass er jeden Stunt selbst ausführt.

Mir ist zudem keine Shaky-Cam aufgefallen, jede Kampfszene ist tadellos choreographiert und inszeniert – so muss das sein, Hollywood!

Giffy Wicky

Dies alles lässt nur ein Fazit zu:

John Wick: Chapter 2 ist der feuchte Traum eines jeden Action-Fans!

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Keanu Jizzed

Published inFilm

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