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Flitterwochen mit der Nintendo Switch – Teil 1

Seit dem 3.3.2017 ist die Nintendo Switch nun auf dem Markt. Und als altes Hypeopfer vergewaltigte ich zeitweise geradezu meine F5-Taste um bei den Vorbestellungen der Konsole, des Zubehörs und der Zelda – Breath Of The Wild Limited Edition der Erste zu sein. Oder zumindest vorne dabei.
Nachdem ich nun also meine Flitterwochen mit Nintendos neuer Konsole verbracht habe – hält das Honeymoonfeeling?
Oder kommt es zur schnellen Scheidung inklusive zerstörter Kindheitsträume?

Träume eines Spätpubertären

Nun, vorweg sollte man vielleicht nochmal beschreiben was die Switch ist. Und was sie nicht ist. Und was sie gerne wäre, und wen sie gerne hätte.
Die Nintendo Switch soll die erste echte Hybrid-Konsole sein. Dies vermochte uns Big N mit mehr oder weniger merkwürdigen Marktingclips nicht so richtig zu vermitteln, da vielen Gamern ganz einfach das Dach für hippe Dachparties und der Hund für verzockte Gassigänge fehlt. Da ich einen 3DS besitze, und mit der alten Klappertante völlig zufrieden bin, war ich dementsprechend voreingenommen: Die Switch wird eine Heimkonsole!
Nintendo’s große Rückkehr auf meinen großen Bildschirm – schließlich besitze ich keine Wii U, und auch die Wii war eher Familien- als echte Zockerkonsole.
Ich sehnte mich nach den Tagen als 13-jähriger, an denen ich in meiner dunklen Höhle (ich wohnte damals im Keller..) mit Link nach Hyrule entfloh, mit Banjo und Kazooie alten Hexen in den Hintern trat und mir zwischendurch die netten Nummerndamen bei Cruisin’ USA rein zog.

Brüste beim Fahren - Switch

Doch nun sollte meine Zeit kommen – Nintendo war zurück. Die Konsole war schwarz, schlank, sexy. Und ZELDA ZUM START! Geht es besser? Nein! Brauch ich “to go”? NEIN!

Konsole oder Handheld

Nach einigen Tagen muss ich zugeben: Die Switch ist keine “to go”-Konsole. Aber meine “go-to”-Konsole!
Ja, meistens spiele ich am großen Bildschirm – einfach weil es mir besser gefällt und weil die Spiele zum Teil wirklich toll anzusehen sind. Es folgt ein großes ABER (<- extra groß geschrieben):
Ich benutze das Ding überall. Ob auf dem Sofa, wenn meine Freundin gerade wieder Netflix schaut. Ob im Auto, wenn wir irgendwo hinfahren (meine Freundin muss jetzt fahren, weil ich Zelda spielen muss..). Oder auf der Liege im Thermalbad, während meine Freundin irgend ein Buch liest. Erkennt ihr ein Muster?
Ich hatte keine Flitterwochen mit der Switch. Nein – die Switch war so etwas wie meine kleine Flitterwochenaffäre. Und ich muss mich nicht mal schlecht fühlen, wenn ich mich ihr zuwende – denn meine Freundin zockt ja zeitweise mit!
Eine ménage à trois der nerdigen Glückseligkeit!
Vorbei die Tage, an denen es hiess “Entweder…Oder”. Jetzt ist beides möglich!
Ich kann mit Link nach Hyrule entfliehen – während auf Netflix Iron Fist läuft! Ich kann futuristische Autorennen im Multiplayer spielen – und nebenher ‘ne Suppe kochen! Und wenn die Wäsche mal wieder länger dauert – ja mei, dann zocken wir zu Zweit mal schnell ‘ne Runde Snipperclips!
Selten habe ich eine neue Konsole in so kurzer Zeit so viel “bespielt”. Sind wir doch mal ehrlich: Nach anfänglicher Freude verlassen wir unsere neuen Konsolen doch recht schnell – der Hintern tut vom Sitzen weh, man muss noch die Steuer respektive Hausaufgaben machen oder irgendwas anderes alltägliches ruft.
Bei der Switch hindert mich jedoch zumindest keine örtliche Gegebenheit daran, mal eben Pause von der Realität zu nehmen.
Das Ding kann immer dabei sein – muss aber nicht. Und das ist eine Freiheit, die ich nicht mehr missen möchte.

Soooo beautiful… 🙂 #nintendo #nintendoswitch #switch #release #gaming #games #console #happy

Ein Beitrag geteilt von Steffen Klumpp (@lichtspieler1) am

Kinderkrankheiten

Liest sich sehr positiv, nicht wahr?
Wahrscheinlich überrascht dies – denn der überwiegende Tenor im weltweiten Netz ist sehr gemischt.
Angeblich hat die Switch viele Kinderkrankheiten. Laut vieler Foreneinträge sogar ausgewachsene Fehler, die den japanischen Konsolenhersteller mitsamt neuester Schöpfung in den Untergang treiben werden.
Wenn ihr mich fragt – Bullshit.
Anbei eine Liste der angeblichen Fehler, mit einem kleinen Kommentar dazu.

  • Blue Screen/Orange Screen/Bildschirmflackern
    Nun – ja, das scheint vorzukommen. Käufer erhalten eine defekte Konsole. Das stinkt – und zwar gewaltig. Die Zahl der Bilder im Internet kann ich aber an einer Hand abzählen, und den orangenen Screen kann man zumindest temporär über einen Hardreset der Konsole beheben. Nintendo tauscht diese Konsolen jedoch ohne große Probleme um.
  • Das Dock der Switch verkratzt den Screen!
    Ah ja. Das war DER Punkt im schlauen Internet.
    Und wie wir wissen, treiben sich im schlauen Internet nur schlaute Leute rum, die genauestens prüfen ob ihre Anschuldigungen richtig sind, bevor sie diese tätigen.
    Oder?
    Eben nicht – die meisten “Kratzer” waren etwas hartnäckige Schlieren auf dem unteren Rand des Displays. Ich hatte die Dinger auch, und schon Panik. Die erste Aktion war, mit einem Taschentuch drauf rumzuwischen – es tat sich nichts. Auch mein Finger verrichtete nichts, und ich hatte die riesen Befürchtung: Oh mein Gott. Das Internet hat Recht! Hm…ein Brillenputztuch und etwas “rubbeln” später war das Problem behoben. Was ist passiert?
    Nun, die Switch hat im Dock zwei kleine Gummiflächen, die eben verhindern sollen dass das Display der Konsole vom Dock verkratzt wird. Diese Gummiflächen sind geklebt – scheinbar treten Reste des Klebers durch das Gummi aus und verschmieren das Display der Konsole. Sehr ärgerlich – aber “reparabel”. Definitiv keine Kratzer.
    Aber gab es nicht Bilder von fiesen Kratzern im Internet? Oh ja, die gab, bzw gibt es. Wenn man sich das Dock der Switch nochmal genau anschaut, sieht man das dort vertikale Führungsschienen aus Plastik sind, die das Display jedoch nicht berühren sollten, außer das Dock wäre verbogen. Dies liegt im Bereich des möglichen, und ich habe davon schon gelesen – jedoch noch nie in Verbindung mit den Kratzern.
    Generell sehen die Kratzer der “authentischen” Bilder sehr merkwürdig aus – bei einem sind sie kreuz und quer am Rand verteilt – wie soll das gehen? Wenn ich die Switch von oben in das Dock einführe, dann müssten die Kratzer als vertikale Linien auf dem Display zu sehen sein. NICHT quer, auch nicht kurvig – sondern gerade. Meinetwegen in verschiedenen Winkeln, wenn der Nutzer die Konsole merkwürdig in das Dock presst (!), aber definitiv nicht geschwungen.
    Zudem müssten, da die Konsole von oben nach unten geschoben/gesteckt wird, vom untersten Punkt des Kratzers, quasi dem Beginn, bis zum “Andockpunkt” der Switch gleichmäßige Kratzer im Display sein. Im Internet lässt sich zumindest meiner kurzen Recherche nach kein Bild finden, welches diese Kriterien erfüllt.
    Ich will jetzt nicht behaupten, dass jeder der meint das Dock würde seine Switch verkratzen, lügt.
    Aber ich glaube doch, ein Großteil derer die diese Anschuldigungen von sich geben sind entweder zu blöd, zu unachtsam oder ja, geben dies nur von sich um Aufmerksamkeit zu erhaschen und etwas Hass zu verbreiten.
  • Der linke Joy-Con funktioniert nicht richtig!
    Das Problem beim linken Joy-Con ist tatsächlich vorhanden gewesen.
    Man beachte die Vergangenheitsform. Ich hatte es selbst einmal kurz – und nach einer kompletten Neusynchronisation der Controller ging alles wie geschmiert. Nintendo veröffentlichte nach ersten Beschwerden der Review-Magazine einen Day-One-Patch, der u.a. die Konnektivität des linken Joy-Cons verbesserte. Neusynchronisation vorausgesetzt.
    Allerdings stimmt es, dass im linken Joy-Con die Antenne nur in der Platine angebracht ist, während der rechte Joy-Con quasi ein externes Antennen-Bauteil besitzt (ebenfalls auf der Platine).
    Wie gesagt, die meisten, von denen ich gelesen habe dass sie heftige Probleme mit dem linken Joy-Con hatten, konnten dies jedoch vor einigen Tagen per Neu-Synchronisation beheben.
  • Die Wlan-Verbindung spinnt!
    Das dachte ich bei mir zuerst auch: Beim ersten Update zeigte meine Switch nur einen Balken WLAN an. Dabei habe ich sonst überall vollen Empfang! Ich bin also quer durch die Wohnung gerannt, und hatte selbst direkt neben dem Router nur 2 von 3 Balken. Meine erste Befürchtung: Big N hat am WLAN-Empfänger gespart.
    Dies stellte sich als Irrtum heraus – Nintendo hat wohl softwareseitig schlichtweg zu hohe “Ansprüche” an unsere WLAN-Router. 1 Empfangsbalken zeigt bei mir nämlich genau dieselbe Empfangsqualität wie 3 Balken auf dem Handy oder voller Empfang bei der PS4. Alles gut also. Dass die Konsole eventuelle Konntekivitätsprobleme hat wenn man sie vor der Stahlbetonwand und hinterm (!) Fernseher positioniert kann man wahrscheinlich nicht abstreiten. Dürfte beim Handy oder jedem anderen WLAN-fähigen Gerät dieser Welt jedoch genau so vorkommen.
  • Die Switch hat “tote” Pixel im Display!
    Kann ich nicht viel zu sagen, außer das auch Sony damals bei der PS Vita bis zu 3-5 “tote” Pixel im Display als “normal” einstufte und die Konsole deshalb nicht umtauschte. Find ich auch beschissen, das sollte so nicht sein. Ein Display, welches neu erworben wurde, soll funktionieren. Ohne Kompromiss!

Alles in allem bleibt zu sagen: Ja, die Switch hat wohl ein paar Kinderkrankheiten. Diese scheinen jedoch nicht so weit verbreitet zu sein, wie gemeinhin behauptet wird. Vieles hat wahrscheinlich auch mit der Unachtsamkeit einiger User zu tun, kann man aber eher schlecht auf der Konsole an sich bemängeln. Zudem scheint Nintendo relativ schnell Hilfe zu bieten, falls etwas nicht stimmen sollte. Ich betrachte dies im Blick auf das aktuelle Alter der Konsole als normale Problemchen, die jeder Hersteller beim Launch einer neuen Konsole hat.

..Lest morgen im zweiten Teil meines Flitterwochen-Tagebuchs was ich von den Spielen der Switch halte und ob ich eine Kaufempfehlung ausspreche oder ihr euch das Geld weiter in den Sparstrumpf stecken könnt!

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