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Deadpool

Eine Woche habe ich nun gebraucht, um mich ernsthaft mit meinem Kinobesuch zu Ryan Reynold’s neuestem Streifen “Deadpool” auseinander zu setzen.

Das lag einerseits daran, dass ich möglichst reflektiert berichten wollte, aber auch am Scheitern von Fraps für das nächste Spiele-Review 😉

Hollywood’s Deadpool kennen wir ja schon seit X-Mens Origins: Wolverine.

neverhappened
yuck.

Äußerst enttäuscht waren damals die Fans des launischen Marvel An-Protagonisten,

und die, die den Charakter nicht kannten fragten sich: Was zum Henker macht Baraka in einem Marvel-Film?

Auch Ryan Reynold’s, erwiesenermaßen riesiger Fan des Charakters, war mehr als unglücklich mit der Verwurstung Deadpool’s im Marvel-Universum. So bat und bettelte er bei FOX um eine neue Chance. Der Hollywoodriese gestand ihm ein kleines Budget zu um etwas Probematerial aufzunehmen – jedoch standen die Chancen für Reynolds schlecht Deadpool jemals wieder auf die Leinwand zu bringen.

Das war auch garnicht so unvernünftig: Schließlich war kurz zuvor auch der andere Marvel-Film mit Reynolds als Hauptdarsteller, “The Green Lantern”, grandios gefloppt. Was aus diesem Projekt entstand, war ein kleiner Teaser indem Deadpool 4 Schurken aus einem Auto herausprügelt, laszive Posen präsentiert und jede Menge Blut fließen lässt. Obwohl der Ton ein gänzlich anderer war als bei “Origins” winkte FOX ab – zu riskant eben. Dann geschah jedoch etwas unvorhersehbares: Vor gut zwei Jahren fand der Teaser seinen Weg ins Internet. Reynolds selbst ist sich “zu 70% sicher” dass es nicht seine Schuld war. Die Fangemeinde im Internet schlug Salti, was FOX wiederum dermaßen unter Druck setzte (und wohl selbst den Vorstand beeindruckte) dass der Film nun doch endlich (laut Reynolds über 4 Jahre nachdem das Skript geschrieben wurde) grünes Licht bekam. DANKE!

Wie gesagt wollte ich mir Zeit nehmen zur Beurteilung des Films, und ich kann nun guten Gewissens sagen: Mein erstes Gefühl war richtig – Deadpool wirkt wie ein bunter Fruit Loop im grauen Haferschleim der Superhelden-Filme, und belebt so ganz nebenbei das klassische Genre der “Action-Komödie” wieder! Ryan Reynolds lebt für diese Rolle – er schafft es dermaßen überzeugend den zynischen (Anti-)Helden zu spielen, das man beinahe meint er wäre für nichts anderes geboren worden. Die anderen Darsteller machen einen soliden Job und stehen Reynolds’ grandioser Darstellung nie im Weg.

In Deadpool geht es um Ex-Söldner Wade Wilson, der sich mittlerweile nur noch mit Gelegenheitsjobs  über Wasser hält. In einer Bar lernt er die Prostituierte Vanessa kennen – beide verlieben sich ineinander und verloben sich nach einiger Zeit. Kurz darauf wird bei Wade Krebs im Endstadium diagnostiziert – um dem Tod zu entrinnen, geht er auf das Angebot der “Weapon X”-Gruppe (das sind die, die Wolverine Adamantium in sämtliche Körperöffnungen geblasen habe…) ein und setzt sich Experimenten aus, durch die er schließlich zu seinen Kräften gelangt. Im Folgenden entwickelt sich eine Art Katz-und-Maus Spiel zwischen der Weapon X-Gruppierung in Form von Ed Skreins “Ajax” und Wade Wilson, der sich nun Deadpool nennt. Im weiteren Verlauf des Films haben auch zwei X-Men Gastauftritte: Colossus und Negasonic Teenage Warhead.

Bereits nach wenigen Minuten im Film schoß mir vor lauter Lachen fast die Coke durch die Nase – ich glaube kein Film hat in den letzten Jahren dermaßen hysterisches Wiehern in den Kinosälen Deutschlands ausgelöst! Von der ersten bis zur letzten Minute schafft der Film alles was er will und übernimmt sich nie – selbst in den ernsten Momenten nicht.

Allerdings muss man bei aller Freude auch warnen: Deadpool ist nichts für zarte Gemüter. Der Film ist außerordentlich blutig, das jedoch oft in einer Absurdität wie in den besten Tarantino-Szenen was wiederum eine herrliche Distanz zum Gesehenen schafft.

Kamera, CGI, Schnitt – nichts ist herausragend, aber auch nichts fehlerbehaftet. Und so ist es immer und immer wieder Reynolds der diesen Streifen zu etwas ganz Besonderem macht.

Sicher, Deadpool ist kein Meisterwerk – doch für mich macht dieser Film absolut alles richtig.

Und deshalb gibt’s von mir greenschmantern

9/10

grüne Laternen!

 

PS: Schaut euch doch mal Betty White’s (Golden Girl #1!!) Meinung zum Film an 😉

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